Terrasse selber bauen - Setzen der Randsteine

Bevor man mit den eigentlichen Arbeiten für den Terrassenbau beginnen kann, muss der zukünftige Bereich der Terrasse ausgekoffert werden. Wir haben diese Arbeiten mit einem Minibagger ausgeführt. Das Planum haben wir im Anschluss mit einer Profi-Rüttelplatte (1000 kg) verdichtet. Auch über die Verlegung von Elektrokabeln, Rohre für die Bewässerungsanlage etc. sollte man sich bereits zu diesem Zeitpunkt Gedanken machen. Wenn die Randsteine erst einmal stehen ist die nachträgliche Verlegung aufwendiger.

Das weite Feld der Zahlen ist in unserem Haushalt fest in Tanjas Hand. Sie ist als Diplom Mathematikerin sowieso dafür bestimmt und die Erfahrungen in der Bauzeit haben gezeigt, dass meine Mess- und Rechenkünste den Begriff Toleranzbereich in dem ein oder anderen Fall mehr als übermäßig strapaziert haben. Nachdem Tanja also die Zahlen für die Außenabmessungen der Terrasse geliefert hat, ging es an das Abstecken des Schnurgerüstes.

Die Erstellung des Schnurgerüstes hat sich als recht knifflig herausgestellt. Nach dem theoretischen Durchspielen verschiedener Möglichkeiten, haben ich mich für die aus unserer Sicht einfachste Lösung entschieden.

Zuerst haben wir die Außenmaße der Terrasse abgesteckt, dabei haben wir die Ecken mit einem großen, aus Holzleisten selbst gebauten, 90° Winkel auf Rechtwinkligkeit überprüft.

Im Anschluss muss das Höhenmaß bestimmt werden. Früher wurde hierfür eine Schlauchwaage verwendet. Heutzutage erledigt diese Aufgabe ein Linienlaser. Der Linienlaser von Bosch verfügt über eine automatischer Selbstnivellierung, was das Aufstellen und Ausrichten ziemlich einfach gestaltet.
Nach dem Übertragen des Höhenmaßes auf das Schnurgerüst, kann man das gewünschte Gefälle der Terrasse bestimmen. Wir haben uns für ein Gefälle von 2 cm pro Meter entscheiden. Bei einer Terrassentiefe von ~3,80 m ergibt das eine Differenz von ~7,5 cm. Die 7,5 cm werden jetzt an der Seite mit dem tiefsten Gefälle vom übertragenen Höhenmaß abgezogen und die Maurerschnur mittels der korrigierten Höhenmarkierungen neu gespannt.
Wir haben Beton Randsteine in anthrazit bestellt, passend zu dem Farbton der Terrassenplatten. Geliefert wurden Tiefbords vom Hersteller EHL in den Maßen 100 x 8 x 25 cm. Die Verarbeitungsqualität der Tiefbords war enttäuschend. Am linken und rechten Rand gibt es jeweils einen dicken Grad, welcher sich nur schwer entfernen lässt und das Gesamtbild nach der Verlegung negativ beeinträchtigt.

Ein Tiefbord wiegt immerhin 48 kg, was ich zum Zeitpunkt der Verlegung glücklicherweise noch nicht wusste. Das erklärt allerdings, warum die Dinger so sau schwer waren und ich abends immer total kaputt ins Bett gefallen bin.


Die Randsteine werden in ein Bett aus Magerbeton gestellt. Den Magerbeton haben wir im folgenden Verhältnis selbst hergestellt:


     - 12 Schaufeln Kies (0-16),
     - 3 Schaufeln Zement,
     - ca. 5 Liter Wasser


Die Menge des zugegebenen Wasser hängt allerdings sehr von der Feuchte des Zuschlags ab.

Eine Mischung in der oben aufgeführten Menge hat in der Regel für das Setzen eines Randsteines ausgereicht. Dazu muss man allerdings anmerken, dass wir pro Randstein eine recht große Menge Beton verbaut haben. Wenn man die Belastungen im Bereich der zukünftigen Terrasse betrachtet, hätte sicher die halbe Menge an Beton pro Randstein vollkommen ausgereicht.
Das Setzen der Randsteine ist theoretisch relativ einfach, praktisch aufgrund des recht hohen Gewichts (48 kg) pro Stein aber eine ganz schöne Plackerei. 

  1. Der Beton wird mit einer Schubkarre an den zukünftigen Stellplatz des Randsteins (Tiefbord) geschüttet.
  2. Im Anschluss verteilt man den Beton auf die gewünschte Breite und formt mit einer Schaufel ein provisorisches Bett für den Randstein.
  3. Der Randstein wird in das Beton-Bett gestellt und mittels eines Gummihammers und einer Wasserwaage an der Richtschnur ausgerichtet. Das angestrebte Gefälle haben wir mit einer Gefälle-Wasserwaage überprüft. Die Randsteine dürfen nicht Stein an Stein gesetzt werden, sondern mit einer Fuge von mind. 2 mm.
  4. Nachdem der Randstein ausgerichtet wurde, wird der restliche Beton um den Randstein angehäuft, leicht verdichtet und mit einer Keller glatt abgezogen.
Im Bereich der Ecken bleibt es leider nicht aus, dass man Randsteine schneiden muss. Ich habe die 8 cm dicken Randsteine mit einem Winkelschleifer mit 230 mm Diamant Trennscheibe geschnitten. Der Makita Winkelschleifer schneidet durch die Randsteine, wie ein heißes Messer durch Butter. Für das Schneiden der Randsteine im Bereich der Terrasse, dem Weg zur Terrasse und der Sauberkeitsschicht um das Haus hat eine Diamant Trennscheibe vollkommen ausgereicht bzw. diese werde ich auch demnächst nicht so schnell wechseln müssen.
Fortsetzung: Schotter einbringen und verdichten

Kommentare:

  1. Super, ganz ähnlich sieht es bei mir auch langsam aus. Projekt Terrasse ist dieses Jahr meine Großbaustelle. Tolle Arbeit weiter so!

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  2. Guten Abend,
    auch ich werde in einigen Wochen das Projekt Terrasse starten. Da ich das zum 1. Mal mache, surfe ich ziemlich viel, um mir ein Bild zu machen.
    Nehmen wir mal an, die Terrasse soll etwa folgende Maße haben: 3 x 4 m. Werden die qm plan ausgeschachtet, ein schmales Mörtelbett für die Randsteine angelegt (und natürlich die schräge "Beschwerung") und nach dem Trocknen des Mörtels der Schotter hineingekippt? Wie komme ich mit der Rüttelplatte über die Randsteine?
    Wäre schön, mal zu hören, wie andere es machen.
    Übrigens.... die Arbeit auf dem Foto sieht Klasse aus :-)

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