Terrasse selber bauen - Verlegen der Terrassenplatten

Vorbereitung: Schotter einbringen und verdichten

Wir haben uns für die Terrassenplatten aus der Reihe Madison (Bild) des Herstellers KANN entschieden. Die Farbe trägt den klangvollen Namen 'midnight black'.

Die Platten der Serie Madison verfügen über eine dauerhafte CleanKeeper-Versiegelung. Diese sorgt unter anderem dafür, dass sich die Platten sehr leicht reinigen lassen. Fettflecken vom Grillen, Grasflecken sogar Farbrückstände ließen sich bis jetzt problemlos entfernen.

Die geschliffene und gestrahlte Oberfläche fühlt sich angenehm glatt an, ohne rutschig zu sein und verhindert so unter anderem die ein oder andere Schürfwunde beim Nachwuchs.

Der Querschnitt zeigt sehr schön den Aufbau der Terrassenplatte Madison. Als Grundlage für die rund 10 mm messende Hightech Beschichtung dient eine sehr stabile 35 mm starke Betonplatte.


Als Erleichterung für die Verlegearbeiten bietet es sich an, eine oder mehrere leere Paletten neben der Terrasse zu platzieren. Dort kann man die Terrassenplatten bis zum eigentlichen Verlegen bruch- u. kratzsicher zwischenlagern.
Bevor die Terrassenplatten verlegt werden können muss der Untergrund, in diesem Fall der Splitt, vorbereitet werden. Ziel ist es eine absolute ebene Fläche mit einem Gefälle von 2 cm pro Meter herzustellen. Die klassische Methode ist das Abziehen der Fläche mittels einer Richtlatte und Metallrohren (Abziehlehren). Bei kleineren Flächen reicht hier durchaus auch eine große Wasserwaage.

Für einen Laien ist das nicht ganz einfach und man benötigt etwas Übung, bis man es schafft ein einheitliches Höhenniveau zu erzielen. Ich habe eine 2 m lange Richtlatte verwendet. An deren beiden Enden habe ich die Höhe der Platten (45 mm) markiert. So hatte ich in Verbindung mit den Randsteinen einen guten Anhaltspunkt, wie hoch das Höhenniveau des Splitts am Ende sein muss.

Nach dem Abziehen werden die Metallstangen vorsichtig entfernt und die entstehende Fuge nachträglich mit Splitt gefüllt.

Bei dem Verlegen von Terrassenplatten muss das Splittbett besonders sorgfältig erstellt werden, da diese nach dem Verlegen nicht gerüttelt werden (wie bei Pflaster üblich) und bei den sehr geringen Fugenabständen von (3 mm) und der glatten Oberfläche Höhenunterschiede von 2 mm bereits deutlich zu erkennen sind.

Für den Transport und das Verlegen der Terrassenplatten verwendet man am besten einen Plattenheber. Der Plattenheber ermöglich aufgrund seiner Form das präzise Platzieren und Ausrichten der Platten.

Die Platten werden mit Hilfe des Plattenlegers vom Rand aus verlegt, damit die Splittfläche nicht betreten werden muss. Zu den Rändern einen Fugenabstand von mindestens 3 mm einhalten. Ich habe dafür übrig gebliebene Fliesen-Fugenkreuze verwendet. Besser geeignet sind allerdings Fugenkreuze für Terrassenplatten, da diese wesentlich formstabiler sind.

Die Platten leicht mit dem Gummihammer in das Splittbett einklopfen und im Verlauf der Verlegung mit der Wasserwaage die Ebenheit zwischen den Platten bzw. das Gefälle überprüfen. Die erste Plattenreihe exakt in einer Flucht verlegen. Verlegefehler in der ersten Reihe haben Einfluss auf die folgenden Reihen. Zu tief eingeklopfte Platten anheben und etwas Splitt unterstreuen.

Die Platten immer mit gleichmäßigem Fugenabstand verlegen. Terrassenplatten können mit Kreuzfugen oder versetzten Fugen verlegt werden.

Die Terrassenplatten welche geschnitten werden müssen verlegt man zum Schluss. Ich habe zum Schneiden einen Makita Winkelschleifer mit 125 mm Diamant Trennscheibe verwendet.

Vor dem Schneiden habe ich die Trennlinie auf der Plattenoberseite markiert und die Platten trocken und mit einem Schnitt getrennt. Geht schnell - staubt halt ein bisschen : )

So schneidet man wie ein Profi:

Die Platte wird zuerst gewässert und dann der Verlauf der Trennung rund um angezeichnet. Nun die Platte zuerst auf der Rückseite mit dem Winkelschleifer und einer Diamant Trennscheibe einschneiden. Auf der Vorderseite ebenfalls entlang der Markierung einschneiden, bis sich die Platte sauber teilt. Nach dem Durchtrennen die Plattenstücke mit klarem Wasser abwaschen, da der Schleifstaub sehr aggressiv ist und Flecken verursachen kann.

Trockenmauer aus Beton- oder Naturstein

Unser Grundstück fiel mit einem leichten Gefälle Richtung Haus ab. Natürlich hätten wir das so lassen können - Rasen drauf, Hecke drum, aus die Maus.

Da der Garten uns und unserem Nachwuchs aber in den nächsten Jahrzehnten begleiten wird, ist es sinnvoll schon bei seiner Einrichtung etwas mehr Zeit und Liebe (= Arbeit) zu investieren.
Zudem ist ein Gefälle in Richtung Haus auch aus bautechnischen Gründen nicht zu empfehlen, da das Oberflächenwasser dann stets dem Gefälle folgt und Richtung Haus fließt. Bei den immer häufiger auftretenden Starkniederschlagsereignissen kann dies über kurz oder lang zu Schäden an der Bausubstanz führen.

Aus diesen Gründen haben wir uns dazu entschlossen unser Grundstück komplett einzuebnen, mit dem Ergebnis, dass wir nun an zwei Seiten Böschungen mit Höhenunterschieden von 30 - 80 cm haben. Diese möchten wir gern als kleine Terassenstufen gestalten.
Wieder einmal standen wir vor der Wahl, denn auch in diesem Bereich gibt es eine breite Palette an Materialien und Gestaltungsmöglichkeiten.

Gabionen

Gabionen gibt es schon seit dem Mittelalter. Als Elemente für die Gestaltung von Außenanlagen im Privatbereich haben sie allerdings erst vor relativ kurzer Zeit Einzug gehalten. Sie werden im Landschaftsbau zur Errichtung von Sicht- oder Lärmschutzanlagen, zur Böschungsbefestigung und als Stützmauer (etwa als Alternative zu Trockenmauern) eingesetzt. Aufgrund ihres sehr gradlinigen Design finden sie oft Verwendung bei der Gestaltung von modernen Außenanlagen in minimalistischen Stil.

 
Ein großer Vorteil von Gabionen ist ihre Vielfalt. Sie können mit jedem beliebigen Material befüllt und somit in jede Umgebung eingepasst werden. Eine Befüllung mit Natursteinen lässt den künstlichen Metallkäfig vergessen und vermittelt mit der entsprechenden Umpflanzung eine naturnahe Atmosphäre.
 


Schalungssteine / Pflanzsteine

Schalungssteine sind die erste Wahl für eine schnell errichte, stabile und preiswerte Mauer. Die Steine werden einfach nach dem Lego-Prinzip gestapelt ggf. mit einer Stahlarmierung versehen und mit Beton ausgegossen. Das Ergebnis ist eine äußerst stabile Mauer, welche sich gut in die typische Atmosphäre eines Neubaugebiet einfügt.

Ein Nachteil dieser Mauern ist aus meiner Sicht die schnelle optische Alterung aufgrund der Beschaffenheit des Materials. Eine gute Studie ist das rechte Bild aus der EHL Musterschau in Bamberg, wobei hier die Verschmutzung durch die Bepflanzung wahrscheinlich noch beschleunigt wurde.
 


Palisaden

Palisaden sind die klassischen Allrounder, wenn es darum geht einen niedrigen bis mittel hohen Hang zu befestigen. Durch das große Angebot an verschiedenen Formen und Designs sind sie vielseitiger einsetzbar als L-Steine und trotzdem ähnlich einfach zu verarbeiten.

Aufgrund des Materials, der klaren Strukturen und der regelmäßigen Verwendung bei der Gestaltung von Innenstädten und Industrieanlagen stehen Betonpalisaden wie kaum ein anderer Baustoff für neuzeitliches Design. Dies prädestiniert sie natürlich für die Gestaltung moderner Aussenanlagen. Im gleichen Maße sind sie aber aus meiner Sicht für die Gestaltung im Zusammenhang mit historischen oder klassischen Hausfassaden (z.Bsp. Klinkerfassaden) bzw. die Gestaltung naturnaher Räume ungeeignet.


Betonsteine

Betonsteine oder auch Beton-Mauersteine gibt es mittlerweile in den unterschiedlichsten Designs. Vom einfachen Betonblock bis zum täuschend ähnlichen Mauerstein in Bruchsteinoptik - im Angebot der Hersteller ist für jeden Geschmack etwas dabei. Dabei können die Quadratmeterpreise von optisch aufwendig gestalteten Beton-Mauersteinen durchaus mit den Einsteigerpreisen im Bereich Naturstein mithalten.

Der unbestreitbare Vorteil von Betonsteinen ist, dass diese bereits ab Werk genormten Maßen entsprechen. Zeitaufwendiges sortieren nach Größen bzw. das bei Natursteinen oftmals erforderliche bearbeiten kann so entfallen. Die meisten Beton-Mauersteine können sowohl mit Mörtel wie auch in reiner Trockenbauweise (Trockenmauer) verarbeitet werden.


Natursteine

Mauern aus Naturstein, Bruchsteinen oder auch Natur-Mauersteinen gehören aufgrund ihrer vergleichsweise hohen Kosten für das Material, den aufwendigen Aufbau, aber auch wegen ihrer hohen Beständigkeit gegen Umwelteinflüsse und dem natürlichen Aussehen zur Königsklasse der Hangbefestigungen. Waren Natursteinmauern für frühere Generation oftmals die einzige Möglichkeit zu Befestigung von Hängen und Böschungen, fristen sie heutzutage nur noch ein Nischendasein bei Gartenfreunden oder in ökologisch ausgerichteten Großbauprojekten.

Natursteine müssen vor dem Verarbeiten zwar oftmals noch bearbeitet werden, können aber ähnlich wie Beton-Mauersteine im Mörtel- oder Trockenmauerverfahren verarbeitet werden. Der typische Klassiker ist eine aus Natursteinen gefertigte Trockenmauer.



Aufgrund der Vielzahl an Möglichkeiten, aber auch den damit verbundenen Aufwänden und Kosten waren wir lange Zeit unentschlossen, für welche Art der Hangbefestigung wir uns entscheiden sollten. Preiswert und stabil, einfach und schnell, modern oder doch lieber naturnah ...

Letztendlich war das Projekt 'Trockenmauer' aus dem Baublog von B&S ausschlaggebend für unsere Entscheidung. Was die Zwei da auf die Beine gestellt haben sieht wirklich gut aus. Die a
nthrazitfarbenen Schiefersteine können wir uns sehr gut in unseren Garten vorstellen.

Terrasse selber bauen - Schotter einbringen und verdichten

Nach dem Setzen der Randsteine, wird der Schotter eingebracht. Insgesamt haben wir 8  (ca. 14 t) Naturstein Schotter 0-32 mm verarbeitet. Den eigenen Bedarf an Schotter bzw. Splitt kann man ganz bequem mit einem Online Bedarfsrechner ermitteln.




Die klassische Form für einen Terrassenunterbau ist eine Drainageschicht aus Schotter (0-32 mm) sowie eine Ausgleichsschicht aus Splitt (0-5 mm).
Den Schotter haben wir mit einer handelsüblichen Schubkarre bewegt. Die Schubkarre hat ein Fassungsvermögen von ca. 80 Liter. Bei einem zu bewegenden Volumen von 8000 Liter (8 m³) sind das rund 100 Schubkarren mit einem Gewicht von 136 kg (Umrechnungsfaktor 1,7).

Vor dem Verfüllen mit Schotter sollte man unbedingt der Sitz der Noppenbahn kontrollieren. Wir mussten hier aufgrund von Beschädigung bzw. nicht bündigen Abschluss einiges ausbessern.



Im Anschluss muss der Schotter verdichtet werden, um ein stabiles und dauerhaftes Fundament für den Terrassenbelag zu gewährleisten. Für diesen Arbeitsschritt genügt eine 100 kg Rüttelplatte, wie sie in den meisten Baustoffhandlungen zum Ausleihen angeboten werden.

Wann die tragende Schicht aus Schotter im ausreichenden Maß verdichtet ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich habe gerüttelt bis der Tank leer war, allerdings nicht, weil dies unbedingt erforderlich gewesen wäre, sondern weil es mir einfach Spaß gemacht hat : )


Nach dem Verdichten der tragenden Schotterschicht wird die sogenannte Ausgleichsschicht in Form von Splitt eingebracht. Wir haben hierfür Edelsplitt mit einer Körnung von 2-5 mm verwendet. Dieser leitet aufgrund der größeren Körnung anfallendes Sickerwasser schneller ab. Splitt mit einer Körnung 0-5 mm lässt sich im Terrassenbereich allerdings genauso problemlos verwenden.

Splitt neigt zum schwimmen, dass heißt in Bereichen mit größerer Belastung wird er im Laufe der Zeit zur Seite gedrückt, was zu unschönen Spurrillen bzw. der Beschädigung des Belages führen kann. Deshalb empfiehlt man im Bereich von Einfahrten z.Bsp. eine Ausgleichsschicht von ca. 3 cm Dicke. Im Terrassenbereich sind aber aufgrund der geringen zu erwartenden Belastungen Splittschichten bis 10 cm möglich.

Fortsetzung: Verlegen der Terrassenplatten